Update Neumarkt in der Oberpfalz
Hier ist die überarbeitete Fassung ohne namentliche Verweise auf den Bayerischen Rundfunk. Der Bericht gibt weiterhin den Stand vom 8. Oktober 2026, 23:43 Uhr wieder.
BAYERN REGIONAL NEWS
Tödliche Schüsse bei Waffenkontrolle in Berngau: Zwei Beschäftigte des Landratsamtes getötet
Mutmaßlicher Schütze weiterhin in Wohnhaus – Spezialkräfte sichern den Einsatzort, Polizei führt Gespräche
Berngau/Neumarkt in der Oberpfalz. Eine routinemäßige Waffenkontrolle hat am Donnerstag, 8. Oktober 2026, in Berngau zwei Menschen das Leben gekostet und einen stundenlangen Polizeieinsatz ausgelöst. Nach den veröffentlichten Angaben wurden ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz tödlich verletzt. Der bewaffnete Tatverdächtige hielt sich nach dem zuletzt verfügbaren Stand weiterhin in einem von der Polizei umstellten Wohnhaus auf.
Die beiden Behördenbeschäftigten hatten den Mann am frühen Nachmittag zur Kontrolle seiner Waffen aufgesucht. Im weiteren Verlauf fielen mehrere Schüsse. Welche Ereignisse unmittelbar vorausgingen und wie sich die Situation im Einzelnen entwickelte, war zunächst nicht öffentlich geklärt. Bestätigt ist der Zusammenhang mit einer routinemäßigen Waffenkontrolle.
Mehrere Notrufe gegen 14 Uhr
Gegen 14 Uhr gingen bei Polizei und Rettungskräften mehrere Meldungen über schussähnliche Geräusche ein. Einsatzkräfte rückten nach Berngau aus und sperrten den betroffenen Bereich weiträumig ab. In der zunächst unübersichtlichen Lage forderte die Polizei die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben und den Einsatzbereich zu meiden. Ein Polizeihubschrauber unterstützte die Kräfte vor Ort.
Im Laufe des Nachmittags verdichteten sich die Erkenntnisse. Die Polizei teilte mit, dass sich ein Mann, der mutmaßlich mehrere Schüsse abgegeben hatte, in einem Wohnhaus befand. Einsatzkräfte umstellten das Gebäude. Spezialkräfte übernahmen weitere Maßnahmen. Zunächst gingen die Behörden von zwei schwer verletzten Menschen aus.
Erstes Todesopfer am frühen Abend geborgen
Am frühen Abend wurde bekannt, dass Polizeikräfte eine tödlich verletzte Person vor dem Haus bergen konnten. Dabei handelte es sich nach den veröffentlichten Angaben um den männlichen Beschäftigten des Landratsamtes. Das Schicksal seiner Kollegin war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend öffentlich geklärt.
Der Einsatz rund um das Wohnhaus dauerte an. Die zunächst veröffentlichten Angaben zu zwei Schwerverletzten entsprachen damit einem früheren Erkenntnisstand. Am Abend stand fest, dass mindestens einer der beiden betroffenen Behördenbeschäftigten die Schussverletzungen nicht überlebt hatte.
Auch Mitarbeiterin des Landratsamtes tot
Am späten Donnerstagabend bestätigte die Polizei ein zweites Todesopfer. Spezialkräfte hatten die Leiche einer Frau aus dem Wohnhaus geborgen. Nach den bisherigen Erkenntnissen handelte es sich um die Mitarbeiterin, die gemeinsam mit ihrem Kollegen die Waffenkontrolle vorgenommen hatte.
Die Auffindesituation deutete nach Polizeiangaben darauf hin, dass die Frau bereits bei den am Nachmittag gemeldeten Schussabgaben tödlich verletzt worden war. Die späte Bestätigung ihres Todes bedeutet daher nicht, dass sie erst am Abend ums Leben kam.
Polizei führt Gespräche mit dem Tatverdächtigen
Der mutmaßliche Schütze befand sich nach dem zuletzt veröffentlichten Stand weiterhin im Gebäude. Die Polizei hatte inzwischen Gespräche mit ihm aufgenommen. Eine Festnahme oder ein Ende des Einsatzes war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemeldet.
Das Wohnhaus blieb von Einsatzkräften umstellt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, darunter Spezialkräfte. Die weiteren Maßnahmen konzentrierten sich auf den unmittelbaren Einsatzbereich.
Außerhalb der Absperrungen zuletzt keine Gefahr
Für die Bevölkerung änderte sich die Lageeinschätzung im Verlauf des Einsatzes. Während die Polizei am Nachmittag zunächst dazu aufgerufen hatte, in den Häusern zu bleiben, erklärte sie am späten Abend, dass außerhalb des abgesperrten Bereichs keine Gefahr bestehe. Die Bewohner im übrigen Berngau konnten sich nach dieser Einschätzung wieder normal bewegen.
Der unmittelbare Bereich um das betroffene Wohnhaus blieb als Gefahrenbereich abgesperrt. Die Entwarnung für den übrigen Ort bedeutete somit nicht, dass der Polizeieinsatz beendet war. Die Bevölkerung wurde weiterhin gebeten, die Absperrungen zu beachten und den Einsatzort zu meiden.
Tathergang und Hintergründe noch offen
Wesentliche Fragen blieben zunächst unbeantwortet. Unklar war insbesondere, weshalb die Waffenkontrolle in eine tödliche Gewalttat mündete, welche Waffe verwendet wurde und wie die Schussabgaben genau abliefen. Die vorliegenden Informationen bieten keine belastbare Grundlage für Aussagen über ein Motiv.
Auch beim weiteren Verlauf des Polizeieinsatzes ist die zeitliche Einordnung entscheidend: Nach dem hier zugrunde gelegten Stand befand sich der Tatverdächtige noch im Wohnhaus, während die Polizei Gespräche mit ihm führte. Eine Festnahme oder ein abgeschlossener Einsatz waren zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt.
Für den Tatverdächtigen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Bayern Regional News verfolgt die weiteren Entwicklungen in diesem Fall. Im Mittelpunkt stehen die Aufklärung des Tatablaufs und verlässlich bestätigte Informationen zum Ausgang des Polizeieinsatzes.