Skifahren wird wieder teurer
Skifahren wird erneut teurer: Was Wintersportler in den Alpenplus-Gebieten künftig bezahlen müssen
Tageskarten steigen zur Saison 2026/27 – Saisonpässe bleiben preislich unverändert. Für Familien kann ein gemeinsamer Skitag dennoch deutlich ins Geld gehen.
Region / Miesbach / Bayrischzell / Lenggries. Die ersten Gedanken an verschneite Hänge, frisch präparierte Pisten und einen gemeinsamen Ausflug in die Berge kommen bei vielen Wintersportfreunden bereits im Herbst auf. Doch zur Vorfreude gehört inzwischen auch der Blick auf die Kosten. In den Skigebieten des Alpenplus-Verbunds müssen Tagesgäste im kommenden Winter erneut mehr für ihre Liftkarten bezahlen. Wer regelmäßig auf den Brettern steht und einen Saisonpass nutzt, kann dagegen zu unveränderten Preisen fahren.
Betroffen sind die beliebten Wintersportgebiete Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld und Brauneck. Die neuen Tarife zeigen, wie unterschiedlich sich die Kosten je nach Nutzungsverhalten entwickeln: Gelegentliche Besucher zahlen pro Skitag mehr, während Vielfahrer durch den Vorverkauf und die gleichbleibenden Saisonpasspreise Planungssicherheit erhalten.
Zwei Euro mehr für die Erwachsenen-Tageskarte
Am Spitzingsee steigt der Preis einer Erwachsenen-Tageskarte von bisher 51 auf 53 Euro. Am Sudelfeld und am Brauneck werden künftig jeweils 55 Euro fällig. Auch dort beträgt der Aufschlag zwei Euro gegenüber der vergangenen Saison.
Kinder-Tageskarten verteuern sich ebenfalls. Am Spitzingsee kosten sie künftig 25 Euro, am Sudelfeld und am Brauneck jeweils 27 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um einen Euro.
Die Erwachsenen-Tageskarten werden damit um knapp vier Prozent teurer. Für einen einzelnen Besucher mag der Unterschied zunächst überschaubar erscheinen. Bei mehreren Personen und wiederholten Ausflügen summieren sich die zusätzlichen Ausgaben jedoch.
Was ein Skitag für eine Familie bedeutet
Wie hoch bereits die reinen Ticketkosten ausfallen können, zeigt eine Beispielrechnung mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern, die jeweils in die entsprechende Tarifgruppe fallen.
Am Spitzingsee ergeben sich bei den genannten regulären Tageskartenpreisen 156 Euro: zweimal 53 Euro für die Erwachsenen und zweimal 25 Euro für die Kinder.
Am Sudelfeld und am Brauneck sind es jeweils 164 Euro: zweimal 55 Euro für die Erwachsenen und zweimal 27 Euro für die Kinder. Gegenüber den bisherigen Einzelpreisen ergibt sich in beiden Beispielen ein Mehrbetrag von sechs Euro pro gemeinsamem Skitag.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Rechnung mit regulären Einzel-Tageskarten. Mögliche Familienangebote oder andere Ermäßigungen sind darin nicht berücksichtigt.
Hinzu kommen je nach persönlicher Situation weitere Ausgaben: die Anreise, gegebenenfalls Parkgebühren, Verpflegung sowie Leihmaterial oder ein Skikurs. Der tatsächliche Gesamtpreis eines Winterausflugs kann deshalb deutlich über dem Preis der Liftkarten liegen.
Betreiber verweisen auf höhere Betriebskosten
Als Gründe für die Preisanpassung nennt Alpenplus gestiegene Kraftstoff- und Personalkosten.
Eine besondere Rolle spiele dabei der Biokraftstoff HVO, der nach Angaben der Verbundsprecherin Antonia Asenstorfer inzwischen überwiegend eingesetzt werde. Auch höhere Personalkosten im Zusammenhang mit der nächsten Mindestlohnerhöhung werden als Belastung angeführt.
Damit stehen die Betreiber vor der Aufgabe, ihre laufenden Ausgaben zu decken und zugleich ein Angebot zu erhalten, das für die Gäste bezahlbar bleibt. Aus Sicht der Besucher stellt sich dieselbe Frage von der anderen Seite: Wie häufig passt ein Skitag noch in das eigene Haushaltsbudget?
Saisonpässe bleiben auf dem bisherigen Preisniveau
Für regelmäßige Wintersportler gibt es eine erfreuliche Nachricht: Die Saisonpässe werden nach den veröffentlichten Angaben nicht teurer.
Im vergünstigten Vorverkauf kostet der Alpenplus-Saisonpass für Erwachsene 465 Euro. Danach steigt der Preis auf 520 Euro. Der Familien-Saisonpass für Eltern und alle eigenen Kinder bis einschließlich 15 Jahre liegt im Vorverkauf bei 990 Euro, anschließend bei 1.090 Euro.
Der vergünstigte Vorverkauf läuft vom 15. Oktober bis zum 21. November 2026. Ab dem 22. November gelten die höheren Saisonpasspreise. Zusätzlich wird ein Kartenpfand von drei Euro für eine wiederverwendbare Chipkarte ausgewiesen.
Die Saisonkarte umfasst die drei Verbund-Skigebiete sowie die Wallbergbahn.
Für wen kann sich eine Saisonkarte rechnen?
Ein einfacher Vergleich verdeutlicht den Unterschied zwischen gelegentlichem Skiausflug und regelmäßiger Nutzung.
Bei einem Tageskartenpreis von 55 Euro kosten neun einzelne Skitage insgesamt 495 Euro. Bei 53 Euro pro Tageskarte ergeben neun Tage 477 Euro. Der Erwachsenen-Saisonpass zum Vorverkaufspreis von 465 Euro liegt in beiden Beispielen darunter.
Rein rechnerisch kann sich die Karte damit gegenüber regulären Erwachsenen-Tageskarten bereits ab dem neunten vollen Skitag lohnen. Diese Rechnung berücksichtigt allerdings keine günstigeren Sonderangebote, kürzeren Zeittickets oder individuellen Ermäßigungen.
Entscheidend bleibt außerdem, wie oft jemand tatsächlich fahren kann. Wetter, Schneelage, berufliche Verpflichtungen und die persönliche Zeitplanung bestimmen mit, ob die erwarteten Skitage zusammenkommen.
Mittwochs soll es günstiger auf die Piste gehen
Für Gäste, die ihren Ausflug unter der Woche einplanen können, soll es erneut den sogenannten „Mittwochskracher“ geben.
Nach den Weihnachtsferien ist mittwochs eine Tageskarte für 39 Euro in den drei Skigebieten vorgesehen. Ausgenommen ist der Aschermittwoch.
Gegenüber den genannten regulären Erwachsenenpreisen beträgt die Ersparnis damit 14 Euro am Spitzingsee und 16 Euro am Sudelfeld beziehungsweise am Brauneck.
Für Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten kann das eine interessante Möglichkeit sein. Familien mit schulpflichtigen Kindern und Beschäftigte mit festen Arbeitszeiten können ein solches Angebot während der Schulzeit dagegen häufig nur eingeschränkt nutzen.
Der Saisonstart hängt vom Wetter ab
Wann die ersten Lifte für den Winterbetrieb öffnen können, entscheidet letztlich die Witterung. Die Betreiber hoffen auf einen möglichst frühen Saisonbeginn.
Ein verbindlicher Start lässt sich aus dieser Hoffnung jedoch nicht ableiten. Wer einen Ausflug plant, sollte deshalb vor der Anreise prüfen, welche Anlagen und Pisten tatsächlich geöffnet sind.
BRN fragt nach: Was darf ein Skitag kosten?
Die neuen Preise werfen eine Frage auf, die viele Wintersportfreunde beschäftigen dürfte: Wie bleibt Skifahren auch für Familien und gelegentliche Besucher erreichbar?
Eine Erhöhung um wenige Euro lässt sich mit gestiegenen Betriebskosten begründen. Für die persönliche Entscheidung zählt am Ende jedoch die gesamte Rechnung eines Ausflugs. Wer Ausrüstung leihen muss, mit mehreren Kindern unterwegs ist oder zusätzlich einen Kurs benötigt, kalkuliert anders als ein langjähriger Stammgast mit eigener Ausrüstung und Saisonkarte.
Wie sehen Sie die Entwicklung? Fahren Sie weiterhin genauso häufig Ski, nutzen Sie künftig stärker Sonderangebote oder verzichten Sie auf einzelne Ausflüge? Welche Angebote würden Familien und Einsteigern aus Ihrer Sicht besonders helfen?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir freuen uns auf eine sachliche und respektvolle Diskussion.
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