Prostitution in Salzburg Nähe Hauptbahnhof
Hinweise auf mögliche Ausbeutung Minderjähriger – Land Salzburg sammelt Informationen
Im Umfeld des Salzburger Hauptbahnhofs gibt es laut Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) Hinweise auf mögliche Fälle von sexueller Ausbeutung minderjähriger Mädchen im Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit. Die Informationen seien bislang jedoch nicht verifiziert. Die Polizei zeigt sich daher zurückhaltend und spricht von „nicht gesicherten Hinweisen“.
Berichte im suchtpolitischen Beirat
Die Hinweise wurden am Freitag im Rahmen einer Sitzung des suchtpolitischen Beirats des Landes Salzburg thematisiert. Das Gremium tagte im neuen Suchttherapiezentrum der Christian-Doppler-Klinik. Fürweger, der seit Kurzem politisch für die Suchthilfe im Land zuständig ist, berichtete dort von Schilderungen, die ihn nach eigenen Angaben „sehr besorgen“.
Demnach soll es im Bereich des Hauptbahnhofs eine Gruppe von Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren geben, die von erwachsenen Männern angesprochen und nach Wien gebracht würden. Dort sollen sie sich in Wohnungen gegen Drogen und Medikamente prostituieren. Konkrete Zahlen zu möglichen Betroffenen liegen derzeit nicht vor.
Polizei spricht von unbestätigten Informationen
Seitens der Polizei heißt es, es handle sich um bislang nicht belegte Hinweise. Ohne konkrete Anzeigen oder überprüfbare Aussagen seien die Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Man sei jedoch sensibilisiert und prüfe die vorliegenden Informationen.
Ein zentrales Problem besteht laut Fürweger darin, dass sich betroffene Mädchen offenbar medizinischem Personal anvertrauen. Ärztinnen und Ärzte unterliegen jedoch der Schweigepflicht, wodurch Hinweise nicht automatisch an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden können. Dadurch gebe es kaum formelle Anzeigen oder verwertbare Beweise.
Informationen sollen gebündelt werden
Im suchtmedizinischen Beirat wurde vereinbart, bis Ende des Monats alle verfügbaren Informationen zusammenzutragen. Diese sollen anschließend der Polizei übermittelt werden, um eine genauere Prüfung zu ermöglichen.
Zugleich appellierte Fürweger an die Bevölkerung, mögliche Beobachtungen oder Hinweise zu melden. Ziel sei es, ein klareres Bild der Lage zu erhalten und gegebenenfalls rasch handeln zu können.
Ob und in welchem Ausmaß es tatsächlich zu organisierten Formen von Ausbeutung kommt, bleibt vorerst offen. Klar ist jedoch, dass die Thematik sowohl im Sozialressort als auch bei den Sicherheitsbehörden mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt wird.