Fans von 1860 München verletzten Polizisten schwer
Sechs verletzte Polizisten beim Münchner Derby: Der TSV 1860 muss sich unbequemen Fragen stellen
Böllerwürfe aus einer Gruppe von Löwen-Anhängern, sechs verletzte Polizeibeamte und rund 400 Einsatzkräfte zur Absicherung eines Fußballspiels: Das Münchner Stadtderby zwischen dem TSV 1860 und dem FC Bayern II hat eine bedrückende Bilanz hinterlassen. Während die Bayern-Amateure im Grünwalder Stadion mit 4:2 gewannen, rückte außerhalb des sportlichen Geschehens das Verhalten von Teilen der Fanszene in den Mittelpunkt. Frühere Sachbeschädigungen bei Auswärtsfahrten verstärken die Frage, wie der TSV 1860 mit problematischen Entwicklungen in seinem Fanumfeld umgehen will.
München – Ein ausverkauftes Stadion, ein traditionsreiches Stadtduell und die Rückkehr einer Begegnung, auf die viele Anhänger lange gewartet hatten: Der Rahmen für einen besonderen Fußballnachmittag war vorhanden. Am Sonntag, 18. Oktober 2026, empfing der TSV 1860 München die zweite Mannschaft des FC Bayern im Grünwalder Stadion. Vor 15.000 Zuschauern setzte sich der Gast mit 4:2 durch.
Doch die sportliche Auseinandersetzung wurde von Vorfällen überschattet, die mit einem friedlichen Stadionbesuch unvereinbar sind. Nach Angaben der Polizei wurden kurz vor dem Anpfiff aus einer Gruppe von Sechzig-Anhängern Böller auf Polizeibeamte geworfen. Sechs Einsatzkräfte erlitten ein Knalltrauma und wurden als leicht verletzt gemeldet.
Damit steht neben dem Ergebnis eine Bilanz, die weit über die Frage nach Sieg oder Niederlage hinausgeht. Menschen, die für die Sicherheit einer Veranstaltung eingesetzt waren, wurden bei ihrer Arbeit verletzt. Für Bayern Regional News ist das Anlass zu deutlicher Kritik – an den mutmaßlichen Verantwortlichen und an einer Haltung, die gefährliches Verhalten rund um Fußballspiele als hinnehmbare Begleiterscheinung betrachtet.
Bereits die Anreise erforderte einen Großeinsatz
Die besondere Brisanz des Münchner Derbys war den Sicherheitsverantwortlichen bekannt. Die Polizei setzte auf getrennte Anmarschwege, um die rivalisierenden Fangruppen möglichst voneinander fernzuhalten. Mehrere Hundert Beamte sicherten die Wege zum Stadion und dessen Umfeld. Auch die Reiterstaffel war im Einsatz.
Eine solche Trennung erfordert genaue Planung und fortlaufende Abstimmung. Die Einsatzkräfte müssen beobachten, wie sich Gruppen bewegen, mögliche Begegnungen verhindern und auf Veränderungen reagieren. Der Sicherheitsauftrag beginnt lange vor dem Anpfiff und endet erst, wenn sich die Zuschauer nach der Begegnung wieder verteilt haben.
Nach Angaben des eingesetzten Polizeisprechers waren beide Fangruppen kurz nach 13 Uhr am Stadion angekommen. Bereits beim Anmarsch wurde Pyrotechnik festgestellt. Als zwei größere Gruppen von Bayern-Anhängern im Stadionumfeld auftauchten und die Grundstimmung als aggressiv beschrieben wurde, mussten weitere Kräfte herangezogen werden.
Insgesamt waren schließlich rund 400 Polizeibeamte im Einsatz. Sie sollten direkte Auseinandersetzungen verhindern und den Stadionbesuch absichern.
Böllerwürfe aus der Sechzig-Gruppe: Sechs Beamte erleiden ein Knalltrauma
Der schwerwiegendste berichtete Vorfall ereignete sich kurz vor dem Spielbeginn. Laut Polizei wurden aus einer Gruppe von Fans des TSV 1860 Böller auf Beamte geworfen. Sechs Polizisten wurden dabei verletzt.
Die Formulierung „leicht verletzt“ beschreibt die gemeldete Einstufung. Sie darf jedoch nicht dazu führen, die Ereignisse als unbedeutend abzutun. Sechs Menschen haben im Zusammenhang mit einem Fußballspiel gesundheitliche Schäden erlitten. Das verlangt Aufmerksamkeit und Aufklärung.
Polizeibeamte sind keine Zielscheiben für Frust, Provokation oder Machtdemonstrationen. Ihre Anwesenheit rechtfertigt keine Angriffe. Ebenso wenig können Rivalität, Gruppendynamik oder die besondere Stimmung eines Derbys gefährliches Verhalten entschuldigen.
Wer einen Böller in Richtung eines Menschen wirft, schafft eine Situation, deren Folgen sich nicht zuverlässig kontrollieren lassen. Schutzkleidung beseitigt diese Gefahr nicht. Die Verantwortung liegt bei denjenigen, die solche Gegenstände einsetzen.
Welche einzelnen Personen für die Würfe verantwortlich waren, muss ermittelt werden. Die berichtete Herkunft aus einer Sechzig-Fangruppe begründet keine Schuld sämtlicher Löwen-Anhänger. Sie ist jedoch ein konkreter und schwerwiegender Vorwurf, dem konsequent nachgegangen werden muss.
Familien und Kinder brauchen einen sicheren Stadionbesuch
Bei der Diskussion über sogenannte Hochrisikospiele dürfen die Menschen nicht aus dem Blick geraten, die einfach Fußball sehen möchten. Dazu gehören Familien mit Kindern, ältere Zuschauer und Menschen, die sich in einer unübersichtlichen Situation nur eingeschränkt bewegen können.
Eltern müssen darauf vertrauen können, dass der Stadionbesuch nicht durch gefährliche Gegenstände oder gewalttätige Auseinandersetzungen zum Angsterlebnis wird. Kinder können die Herkunft eines lauten Knalls, eine plötzlich aufsteigende Rakete oder hektische Bewegungen in einer Menschenmenge häufig schwer einschätzen.
In dicht besetzten Zuschauerbereichen können Besucher zudem nicht beliebig ausweichen. Wer mit Kindern unterwegs ist, trägt deshalb eine zusätzliche Sorge: Wie lässt sich die Familie schützen, wenn andere Menschen unkontrolliert Feuerwerkskörper einsetzen?
Böller und Raketen können unbeteiligte Personen gefährden. Dafür müssen die Betroffenen weder an einem Streit beteiligt sein noch unmittelbar neben den Verantwortlichen stehen. Gerade diese Unberechenbarkeit macht einen verantwortungslosen Umgang mit Pyrotechnik so problematisch.
Dass bei diesem Derby Kinder von Feuerwerkskörpern getroffen oder verletzt wurden, ist bislang nicht belegt. Die allgemeine Gefahr für unbeteiligte Zuschauer bleibt dennoch ein wichtiger Punkt in der Bewertung solcher Vorfälle.
Familienfreundlichkeit muss sich an den tatsächlichen Bedingungen eines Stadionbesuchs messen lassen. Dazu gehören eine sichere Anreise, ein geschütztes Stadionumfeld und Zuschauerbereiche, in denen niemand Angst vor gefährlichen Aktionen anderer haben muss.
Auch die Bayern-Anhängerschaft muss sich Kritik gefallen lassen
Die kritische Betrachtung des Verhaltens aus der Sechzig-Gruppe darf die weiteren Ereignisse nicht ausblenden. Auch Teile der Bayern-Anhängerschaft fielen durch den Einsatz von Pyrotechnik auf.
In der zweiten Halbzeit wurden im Bayern-Bereich zahlreiche pyrotechnische Gegenstände gezündet und Leuchtraketen abgefeuert. Die Partie musste deshalb für einige Minuten unterbrochen werden.
Auch dafür gibt es aus Sicht von Bayern Regional News keine Rechtfertigung. Eine Spielunterbrechung durch gefährliches Verhalten ist kein Ausdruck besonderer sportlicher Verbundenheit. Sie beeinträchtigt die Begegnung für Mannschaften und Zuschauer und stellt die eigenen Aktionen über den Fußball.
Die Vorfälle auf Bayern-Seite relativieren die berichteten Böllerwürfe auf Polizeibeamte nicht. Umgekehrt dürfen die Verletzungen der Einsatzkräfte nicht dazu dienen, das Fehlverhalten im Gästeblock zu verschweigen. Für beide Seiten muss derselbe Maßstab gelten: Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang.
Frühere Vorfälle bei Fanreisen verschärfen die Debatte
Die aktuellen Vorwürfe treffen auf eine Vorgeschichte. Bereits 2025 wurden mehrfach Sachbeschädigungen in Zügen im Zusammenhang mit Auswärtsfahrten von Anhängern des TSV 1860 gemeldet.
Dabei müssen unterschiedliche Vorgänge auch unterschiedlich benannt werden. Beschmierte Zugwände sind keine Böllerwürfe, und aus mehreren Vorfällen lässt sich nicht ableiten, dass jeweils dieselben Personen beteiligt waren. Ebenso wenig ist damit bewiesen, dass sämtliche Ereignisse von einer gemeinsamen Gruppe organisiert wurden.
Die dokumentierten Fälle zeigen jedoch, dass problematisches Verhalten im Umfeld von Fanreisen wiederholt Anlass zu Ermittlungen gab. Deshalb ist die Frage berechtigt, wie Verein, Fanarbeit, Sicherheitsbehörden und Verkehrsunternehmen solchen Entwicklungen begegnen.
November 2025: Beschädigte Abteile nach der Rückfahrt aus Regensburg
Am 9. November 2025 stellte die Bundespolizei nach der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Regensburg zahlreiche Sachbeschädigungen im Regionalexpress nach München fest.
Drei Abteile waren mit blauer Farbe und dem Schriftzug „TSV 1860“ beschmiert. Hinzu kamen zahlreiche Aufkleber an Wänden und Fenstern. Die Bundespolizei leitete Ermittlungen wegen Sachbeschädigung ein.
Damit waren Einrichtungen betroffen, die für den täglichen Reiseverkehr gebraucht werden. Zugabteile stehen Berufspendlern, Familien, Schülern und anderen Fahrgästen zur Verfügung. Ihre Beschädigung verursacht Arbeit und Kosten, die mit dem eigentlichen Fußballspiel nichts zu tun haben.
Die Anwesenheit einer größeren Zahl von Sechzig-Anhängern in diesem Zug bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Mitreisenden an den Beschädigungen beteiligt waren. Entscheidend bleibt die Feststellung der individuellen Verantwortung.
Dezember 2025: Erneute Schäden nach dem Auswärtsspiel in Ingolstadt
Nur wenige Wochen später wurde ein weiterer Fall bekannt. Im Zusammenhang mit dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt am 13. Dezember 2025 wurden erneut Regionalzüge beschädigt.
Nach Angaben der Bundespolizei waren unter anderem Wände, Sitze, Fenster und Spiegel mit Graffiti und Aufklebern verunstaltet. Auf der Rückfahrt betrafen die Farbschmierereien eine Fläche von rund 60 Quadratmetern. Der dafür genannte Schaden lag im unteren vierstelligen Bereich.
Auch auf der Hinfahrt waren Beschädigungen festgestellt worden. Dafür wurde ein Schaden von rund 500 Euro angegeben. Die Deutsche Bahn erstattete Anzeige.
Diese konkreten Fälle reichen aus, um wiederholten Vandalismus im Zusammenhang mit einzelnen Fanreisen deutlich zu kritisieren. Eine pauschale Behauptung, Sechzig-Fans würden bei jeder Fahrt Züge zerstören, wäre dadurch jedoch nicht gedeckt.
Die Folgen treffen Beschäftigte und unbeteiligte Reisende
Wenn nach einer Fanreise Schäden im Zug festgestellt werden, endet der Vorgang nicht mit der Ankunft am Bahnhof. Die Beschädigungen müssen dokumentiert, gereinigt und gegebenenfalls repariert werden. Polizei und Verkehrsunternehmen müssen sich mit der Aufklärung beschäftigen.
Beschäftigte haben damit Aufgaben zu bewältigen, die durch vermeidbares Fehlverhalten entstanden sind. Andere Reisende müssen verschmutzte oder beschädigte Einrichtungen hinnehmen, solange diese noch nicht wiederhergestellt sind.
Welche betrieblichen Einschränkungen die genannten Fälle im Einzelnen verursachten, ist damit nicht festgestellt. Grundsätzlich können aufwendige Reinigungen und Reparaturen jedoch dazu führen, dass Fahrzeuge zeitweise nicht wie vorgesehen zur Verfügung stehen.
Aus Sicht von BRN ist die Erwartung selbstverständlich, dass auch Fußballfans öffentliche Verkehrsmittel respektvoll benutzen. Eine Eintrittskarte für ein Spiel und die Zugehörigkeit zu einer Fangruppe schaffen keinerlei Sonderrechte gegenüber anderen Fahrgästen oder dem Eigentum eines Verkehrsunternehmens.
BRN-Kommentar: Ein beschämendes Bild für den TSV 1860
Die berichteten Böllerwürfe auf Polizeibeamte sind für das Umfeld des TSV 1860 ein beschämender Vorgang. Zusammen mit früheren Sachbeschädigungen bei Fanreisen entsteht ein Bild, dem sich die Vereinsverantwortlichen stellen müssen.
Das bedeutet nicht, der Vereinsführung die Taten einzelner Personen als eigene Handlungen anzulasten. Aus den geschilderten Ereignissen ergibt sich auch kein Beweis dafür, dass Verantwortliche Gewalt gebilligt oder konkrete Straftaten ermöglicht hätten.
Ein Verein hat dennoch eine öffentliche Verantwortung für seine Haltung und für den Umgang mit problematischem Verhalten im eigenen Umfeld. Er kann Erwartungen formulieren, Grenzen deutlich machen, mit der Fanarbeit zusammenarbeiten und die Aufklärung unterstützen.
Für Bayern Regional News stellt sich deshalb die Frage: Wie will der TSV 1860 glaubwürdig zeigen, dass Gewalt und Vandalismus mit seinen Werten unvereinbar sind?
Die Antwort sollte an konkreten Maßnahmen erkennbar sein. Eine klare Verurteilung gefährlichen Verhaltens gehört dazu. Ebenso wichtig sind die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und nachvollziehbare Konsequenzen gegenüber Personen, deren Fehlverhalten nachgewiesen wurde.
Ultras sind keine einheitliche Gruppe – Straftaten brauchen klare Konsequenzen
In der Diskussion fällt schnell der Begriff „Ultras“. Er darf eine genaue Betrachtung nicht ersetzen. Die Bezeichnung allein beweist weder Gewaltbereitschaft noch die Beteiligung an einer Straftat.
Auch für eine Gleichsetzung der Sechzig-Ultras mit einer verbotenen Organisation fehlt eine belastbare Grundlage. Eine solche Behauptung würde die notwendige Kritik durch einen unbelegten Vorwurf schwächen.
Entscheidend ist das Verhalten konkreter Personen. Wer Böller auf Menschen wirft oder fremdes Eigentum beschädigt, muss sich dafür verantworten. Wer friedlich seine Mannschaft unterstützt, darf dafür nicht pauschal mitbeschuldigt werden.
Gerade eine deutliche Kritik braucht diese Unterscheidung. Sie lenkt den Blick auf die tatsächlichen Verantwortlichen und verhindert, dass berechtigte Vorwürfe in einer allgemeinen Auseinandersetzung zwischen Fans, Verein und Öffentlichkeit untergehen.
Wie soll es mit diesem Verein weitergehen?
Diese Frage muss nach den Ereignissen erlaubt sein. Der TSV 1860 möchte sportlich erfolgreich sein und seine Anhänger hinter sich versammeln. Dazu gehört eine Umgebung, in der Menschen gerne und ohne Angst zum Fußball gehen.
Wenn Teile des Fanumfelds stattdessen durch Angriffe oder Sachbeschädigungen auffallen, berührt das die Glaubwürdigkeit dieses Anspruchs. Der Verein muss deshalb erklären können, wie er friedliche Unterstützung stärkt und gegen gefährliches Verhalten in seinem Einflussbereich vorgeht.
Aus Sicht von BRN gehören dazu eine enge Zusammenarbeit zwischen Vereinsführung, Fanbetreuung und Sicherheitsverantwortlichen sowie eine ehrliche Bewertung wiederkehrender Probleme. Die Prüfung von Stadionverboten gegenüber nachweislich Verantwortlichen kann ebenso Teil dieser Auseinandersetzung sein wie die Unterstützung bei der Identifizierung von Tatverdächtigen.
Dabei muss es um wirksame und begründete Maßnahmen gehen. Pauschale Verdächtigungen gegen ganze Fanblöcke helfen ebenso wenig wie eine Verharmlosung der Vorfälle. Beides entfernt die Diskussion von der Frage, wer konkret gehandelt hat und wie eine Wiederholung verhindert werden kann.
Auch die friedlichen Löwen-Anhänger haben ein berechtigtes Interesse daran, dass ihr Verein diese Aufgabe ernst nimmt. Sie tragen die öffentliche Wirkung solcher Schlagzeilen mit, obwohl sie selbst niemanden gefährdet und nichts beschädigt haben.
Respekt für die eingesetzten Polizeibeamten
Rund 400 Beamte waren eingesetzt, um das Stadtderby abzusichern. Sie begleiteten Fangruppen, trennten rivalisierende Lager und beobachteten die Wege rund um das Stadion.
Nach dem Abpfiff ging dieser Auftrag weiter. Die Bayern-Anhänger wurden auf anderen Wegen als die Löwen-Fans vom Stadion weggeführt. Die Polizei blieb damit auch nach dem sportlichen Ende der Begegnung gefordert.
Die sechs verletzten Beamten dürfen in der öffentlichen Debatte nicht hinter dem Ergebnis verschwinden. Ihr Einsatz verdient Respekt. Bayern Regional News wünscht ihnen eine schnelle und vollständige Genesung.
Zugleich bleibt die Erwartung, dass die Böllerwürfe aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen müssen ermittelt werden und sich für nachgewiesene Taten verantworten. Das liegt auch im Interesse aller friedlichen Fußballfans.
Ein Derby braucht Leidenschaft und klare Grenzen
Der TSV 1860 verlor das Stadtduell mit 2:4. Eine sportliche Niederlage lässt sich im nächsten Spiel beantworten. Die Verletzung von Menschen verlangt eine andere Form der Aufarbeitung.
Rivalität gehört zum Fußball. Sie kann sich in Gesängen, Fahnen, Choreografien und lautstarker Unterstützung ausdrücken. Gefährliche Würfe auf Einsatzkräfte und die Beschädigung von Zügen überschreiten klare Grenzen.
So darf es nicht weitergehen. Der TSV 1860 braucht eine Perspektive, bei der sportliche Leistungen und friedliche Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Familien, Kinder, friedliche Fans, Beschäftigte der Verkehrsunternehmen und Polizeibeamte dürfen nicht die Leidtragenden des Verhaltens einzelner Personen oder Gruppen sein.
Tradition beantwortet diese Herausforderung nicht von selbst. Entscheidend ist, welche Haltung die Löwen vertreten und welche konkreten Schritte daraus folgen. Daran wird sich der Verein messen lassen müssen.
BRN fragt nach: Wie beurteilen Sie die Vorfälle beim Münchner Derby und die früheren Sachbeschädigungen bei Fanreisen? Welche konkreten Maßnahmen erwarten Sie vom TSV 1860, um friedliche Fans zu schützen und gegen gewalttätige oder randalierende Personen aus dem eigenen Umfeld vorzugehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung – sachlich, respektvoll und ohne pauschale Beschuldigungen gegen ganze Fangruppen.